Zehn Jahre P.I.S.A für Lübeck

Am 7. September 2004 trat die PatenInitiative Schule & Arbeit für Lübeck unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident a.D. Björn Engholm an die Öffentlichkeit mit dem Ziel, Schule und Wirtschaft in Lübeck auf pragmatischem Wege ein Stück näher zusammenzubringen.
 
Auf dem Lübecker Pisa-Forum 2003 erklärten sich je zwei Vertreter aus der Wirtschaft und den Schulen bereit, eine Initiative für den Raum Lübeck und Umgebung aufzubauen. Im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit bereiteten Jochen Brüggem, Andreas Köster, Dieter Otte und Dieter Brix die Auftaktveranstaltung in den Media-Docks vor, zu der viele Vertreter aus Wirtschaft, Politik und aus den Lübecker Schulen erschienen. Mit Unterstützung der IHK zu Lübeck und in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft, der Handwerkskammer und dem Schulamt in der Hansestadt konnten in den nachfolgenden Jahren viele Kontakte zwischen Schulen und Betrieben initiiert werde.
 
Bereits am 1. Juni 2004 stellten wir auf einem Informationstag, der im Rahmen der bundesweiten Aktion TeamArbeit für Deutschland vom Bundeswirtschaftsministerium veranstaltet wurde, die Zielvorstellung vor, die unter der Bezeichnung P.I.S.A. für Lübeck angestrebt werden sollte, nämlich möglichst viele Partnerschaften zwischen Schulen und Betrieben zu vermitteln. Folgende Ziele standen im Zentrum der Initiative:
  • Schwellenängste überwinden
  • gegenseitiges Verständnis fördern
  • Einblicke in die Praxis ermöglichen
  • Aktualisierung des Wissens
  • konkrete Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler
  • Entwicklung eines Kooperationsnetzwerkes für Lübeck

 
Die Lübecker Nachrichten schrieben in ihrer Ausgabe vom 8. September 2004:
"Drangvolle Enge herrschte gestern in den Media Docks, als der frühere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Björn Engholm, den offiziellen Startschuss für "Pisa" gab. Die "Pateninitiative Schule & Arbeit für Lübeck" will Unternehmen und Lehranstalten in großem Rahmen zusammenbringen. Betriebe aller Größenordnungen sollen sich als Paten für möglichst viele Schulen zur Verfügung stellen. Schirmherr Engholm erinnerte gestern vor rund 250 Teilnehmern an seine Lehrstellensuche vor 45 Jahren. "Ich erhielt auf vier Bewerbungen drei Angebote - ein nahezu goldenes Zeitalter." Das Blatt habe sich gewendet, heutzutage sei es schwer, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, so Engholm. Um Schule und Wirtschaft die Annäherung zu erleichtern und die Jugendlichen besser auf das Arbeitsleben vorzubereiten, wurde die Pisa-Initiative gegründet. "
 

 
In den nachfolgenden Jahren wurden verschiedene P.I.S.A.-Partnerschaften mit ihren bemerkenswerten Aktionen in der Presse vorgestellt. Nachfolgend einige Beispiele:

 
"Niederegger macht Schule: Seit zwei Jahren besteht eine erfolgreiche Patenschaft

" ... Pisa will in den Schulen die Stärkung des Praxisbezugs und der Motivation der Schüler erreichen. Darum gehen Fachleute von Niederegger in die Klassen und Lehrer in die Marzipanfabrik, wird in Rollenspielen das richtige Bewerbungsgespräch geübt, werden Schüler in die Lage versetzt, trockene Texte in die Praxis umzusetzen. Beispiel: Die Hygienevorschriften bei der Marzipan-Produktion. Und im Bewerbungstraining wird den Schülern ganz deutlich gesagt, wie schriftliche Bewerbungen aussehen müssen, "dass da kein Fehler drin sein darf, weil man", so Puschaddel, "sonst keinen Termin bekommt."
Lübecker Nachrichten, 22. Februar.2006
 
"Schüler mixen ein neues Müsli extra für Senioren
Die Lübecker "Pateninitiative Schule & Arbeit" trägt Früchte.
Berufsschüler entwickelten für die Firma Brüggen ein neues Müsli.

Wellness Royal heißt das Produkt, das 20 Pennäler der Friedrich-List-Schule für die Firma Brüggen kreiert haben. Ein knappes halbes Jahr haben die angehenden kaufmännischen Assistenten gebraucht, um ein Müsli für die "Generation 50plus" zur Serienreife zu bringen. Die Schüler analysierten den Markt, wälzten demografische Daten, studierten das Kaufverhalten von Menschen in der zweiten Lebenshälfte und befragten 164 Passanten in der Königpassage , entwarfen Verpackungen, mischten die Grundstoffe, gestalteten Plakate und dachten sich einen Slogan aus. "Geniales Frühstück für geniale Leistung", verrät Lars Madaus den Werbespruch, "wir haben eine junge Sprache gewählt, weil Ältere nicht an ihr Alter erinnert werden wollen." Dafür legen Verbraucher ab 50 Jahren viel Wert auf lesbare Angaben auf der Verpackung, diabetikerfreundliche Inhaltsstoffe und die Verwendung von Bioprodukten.

... Schüler und Unternehmen hätten voneinander profitiert, bilanziert Firmenchef Jochen Brüggen die halbjährige Zusammenarbeit. Genau das will die "Pateninitiative Schule & Arbeit", die vor zwei Jahren als Reaktion auf das schlechte Abschneiden deutscher Schüler bei den internationalen Pisa-Vergleichsstudien gegründet wurde. 45 Patenschaften zwischen Unternehmen und Schulen gibt es inzwischen, fünf weitere bahnen sich an. Die Konditorei Junge hat die Anna-Siemsen-Schule unter ihre Fittiche genommen, Gabler Maschinenbau arbeitet mit der Ernestinenschule, der Realschule Bad Schwartau und der Realschule Travemünde zusammen, Niederegger kümmert sich um die Holstentor Realschule und die Schule Roter Hahn. Laut einer aktuellen Umfrage der Pateninitiative profitieren 1650 Pennäler von den zahlreichen Projekten. "64 Prozent der Patenfirmen und 54 Prozent der beteiligten Schüler haben festgestellt, dass durch 'Pisa für Lübeck' die Ausbildungsfähigkeit der Schüler erhöht wurde", freut sich Andreas Köster vom Pisa-Team. "
Kai Dordowsky, Lübecker Nachrichten, 9. Juni 2006
 
" Die Wirtschaftskrise in der Schule

  ... die Schüler sollen die Wirtschaft nicht nur in der Theorie kennen lernen. Deshalb geht es am Mittwoch zu den PISA-Patenbetrieben Neue Lübecker, Gabler Maschinenbau, Sparda-Bank, Marli-Werkstätten, Euroimmun und edv-compas. Bei den Betriebstagen können die jungen Leute den betrieblichen Alltag erkunden. Am Freitag startet an der Ernestinenschule schon die nächste PISA-Aktion: Thomas Köchig spricht als Mitglied des Umweltbeirates des Landes Schleswig-Holstein im Rahmen des Comenius-Projktes zum Thema The global marshalplan – the third way? "
HL-live.de vom 19. Januar 2009
 
 
 
 

Lübeck, im März 2015

 
 
 
  Die meisten P.I.S.A.-Partnerschaften bestehen trotz der gravierenden Veränderung der Schullandschaft in Schleswig-Holstein weiter. Die ehemaligen Haupt- und Realschulen wurden in die Form der Gemeinschaftsschule umgewandelt. Mit der Umstellung wurden und werden noch immer Ressourcen gebunden, nicht zuletzt weil häufig auch Schulen und deren Lehrerkollegien zusammengelegt wurden. Die von uns über Jahre gesammelten Erfahrungsberichte müssten komplett aktualisiert und viele Kontakte zu den Schulen neu angebahnt werden, wozu das ehrenamtlich tätige Team gegenwärtig nicht in der Lage ist. Die P.I.S.A.-Idee wird weiter leben; den gegenwärtigen Beratungsstand können wir zur Zeit noch nicht abschließend darlegen.

Zum Thema Patenschaften können wir auf eine Landespartnerschaft zwischen den Kammern und dem schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministerium hinweisen, die Informationen im Rahmen des Projektes Regionale Fachberatung Schule-Betrieb anbietet: www.schule-betrieb-sh.de
 
 
 

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